In der Bibel lesen wir zwei Geschichten über einen Mann namens Petrus. In der ersten Geschichte hören wir wie Petrus zu Jesus sagt, dass er ihm mit allem was er hat folgen möchte und sogar bereit dazu ist für ihn zu sterben. Nach dieser Unterhaltung scheitert er jedoch schon nach kurzer Zeit. In der zweiten Geschichte bittet Jesus Petrus darum große Dinge für das Reich Gottes zu tun. Aber dieses mal reagiert Petrus nicht so überschwänglich und eher zurückhaltend.

Manches Mal habe ich das Gefühl die gleiche Einstellung wie Petrus zu haben. Ich möchte heute mit euch zwei Dinge teilen, die ich von diesen beiden Geschichten über Petrus gelernt habe.

1. Es geht nicht um dich

Da fragte ihn Simon Petrus: »Herr, wohin gehst Du?« Jesus antwortete ihm: »Wo ich hingehe, kannst Du jetzt nicht mitkommen. Aber Du wirst mir später folgen.«  »Lass mich doch jetzt bei Dir bleiben«, bat ihn Petrus und beteuerte: »Ich bin sogar bereit, für dich zu sterben!« Da antwortete Jesus: »Du willst für mich sterben? Ich versichere Dir: Ehe der Hahn kräht, wirst Du dreimal geleugnet haben, mich zu kennen!«“ Johannes 13:36-38 (Gute Nachricht Bibel)

Petrus dachte er wäre zu allem bereit um Jesus zu folgen. Aber wie wir in diesem Abschnitt lesen können, hat Petrus Jesus am nächsten Morgen schon drei Mal verleugnet! Jesus wollte nicht, dass Petrus ihm nur mit seinen Worten sondern auch mit selbstlosem Handeln folgt. So fordert Jesus auch uns heraus ihm selbstlos mit allem was wir besitzen und sind zu folgen!

Ich weiß nicht wie es bei Dir ist, aber ich habe so manches Mal das Gefühl wie Petrus zu sein und zu denken, dass ich alles im Griff habe wenn es um eine bestimmte Aufgabe oder Situation geht. Aber sobald ich den ersten Schritt mache stelle ich fest, dass auf geistlicher, mentaler, manchmal auch körperlicher Ebene noch viel mehr dazu gehört als ich zu Beginn dachte.

Tatsache ist es, dass es nicht um uns persönlich geht wenn wir in eine bestimmte Position gestellt werden oder uns Aufgaben oder Berufungen gegeben werden! Ich stelle mir oft bildlich vor wie Gott ein großes Puzzle zusammen setzt. Das Puzzle repräsentiert seinen Plan das ganze Universum wiederherzustellen. Seit dem Beginn der Welt haben schon viele Menschen auf dieser Welt gelebt. Im Moment leben 7.6 Millionen Menschen auf der Welt und in der Zukunft wird sich diese Zahl nur noch vergrößern. Jeder einzelne von uns ist eines der Puzzleteile in diesem Plan Gottes. Egal welche Position Du hast, welchem Job Du nachgehst, welche Vergangenheit, Nationalität oder Einkommen Du hast, jeder hat seinen Platz in Gottes Gesamtbild.

2. Perfekte Zeitplanung

Nur kurze Zeit nach dem die erste Geschichte stattfand lesen wir diese Unterhaltung zwischen Jesus und Petrus: 

„Nachdem sie an diesem Morgen miteinander gegessen hatten, fragte Jesus Simon: »Simon, Sohn von Johannes, liebst Du mich mehr als die anderen hier?« »Ja, Herr«, antwortete ihm Petrus, »Du weißt, dass ich dich lieb habe.« »Dann sorge für meine Lämmer«, sagte Jesus.  Jesus wiederholte seine Frage: »Simon, Sohn von Johannes, liebst Du mich?« »Ja, Herr, Du weißt doch, dass ich dich lieb habe«, antwortete Petrus noch einmal. Da sagte Jesus zu ihm: »Dann hüte meine Schafe!«  Und ein drittes Mal fragte Jesus: »Simon, Sohn von Johannes, hast Du mich wirklich lieb?« Jetzt wurde Petrus traurig, weil Jesus ihm nun zum dritten Mal diese Frage stellte. Deshalb antwortete er: »Herr, Du weißt alles. Du weißt doch auch, wie sehr ich dich lieb habe!« Darauf sagte Jesus: »Dann sorge für meine Schafe!“ Johannes 21:15-17 (Gute Nachricht Bibel)

Der Petrus über den wir hier lesen ist anders als der in der ersten Geschichte. Hier lesen wir wie verletzt Petrus darüber ist, dass Jesus ihm drei Mal die selbe Frage stellte. Ich glaube, dass der wahre Schmerz den Petrus hier empfindet ist selbst zu sehen und zu realisieren, dass er nicht alles im Griff hat wie er zuvor behauptet hat. Hier stelle ich mir einen Petrus vor, der zurückhaltend ist, schüchtern, unbehaglich und noch nicht bereit die Aufgabe die ihm übertragen werden soll zu beginnen. 

Oft sind es die Zeiten in denen wir denken, dass wir noch nicht bereit sind und in denen wir es am wenigsten erwarten, dass Gott uns dazu beruft etwas viel größeres zu tun! Er gibt uns die Erlaubnis zu beginnen auch wenn wir uns noch nicht bereit dazu fühlen. Er möchte uns dazu herausfordern diesen Schritt zu gehen. Oft geschieht es zu Zeiten in denen wir uns selbst am Schwächsten fühlen oder er versetzt uns in Situationen in denen unsere Schwächen gerade am deutlichsten werden!

Alles was er von uns möchte ist, dass wir uns ihm ganz hingeben. Nicht nur in Momenten in denen wir uns danach fühlen, sondern auch dann wenn wir an unserem Tiefpunkt angelangt sind! Es ist Gott der uns in seinem perfekten Zeitplan die Erlaubnis schenkt. Die Erlaubnis die er uns gibt ähnelt nicht der Erlaubnis die wir uns selbst geben würden!

Du magst im Moment das Gefühl haben alles im Griff zu haben, das ist super! Mach weiter so, aber sei nicht überrascht wenn es schwieriger wird als Du es Dir vorgestellt hast. Wenn Du im Moment das Gefühl hast das Wasser steht Dir bis zum Kopf, dann verlass dich auf Gottes Gnade und Stärke. Er wird dich an den perfekten Platz führen, wenn Du ihm die Erlaubnis dazu gibst in seinem perfekten Zeitplan zu handeln.

Sei gesegnet!

Nathanael


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